panDEMOnium #2

Und schon geht es in die zweite panDEMOnium-Runde. Meine Ankündigung, diese Reihe möglichst abwechslungsreich zu gestalten und nicht nur Demos aus dem Metalbereich vorzustellen, muss ich nun schon im zweiten Beitrag etwas in den Hintergrund stellen. Es gestaltet sich für mich nämlich außerordentlich schwierig, in anderen Genres (brauchbare) Demos zu finden. Vielleicht bin ich da einfach zu wählerisch oder suche an den falschen Orten. Der Metalbereich hat verglichen damit eine gigantische Menge an Demos zu bieten und genau da mache ich jetzt auch einfach weiter. In dieser Runde gibt es drei Debut-Demos: brachialen Death Metal direkt aus einer finsteren und mit Spinnweben behangenen Gruft, kanadischen Vampir-Black Metal und einen Black Metal Neuling aus Bulgarien.

Gath Šmânê – Transmuted Marrow (2014)
Den Einstieg machen dieses mal Gath Šmânê aus New York mit ihrem 2014 über das Kleinstlabel Blutige Magie veröffentlichten Demo „Transmuted Marrow“. Zwei Songs, zehn Minuten – danach ist wirklich alles gesagt und man darf wirklich gespannt sein, ob die Band bald mit weiteren Veröffentlichungen nachlegt. Brachialer und dunkler geht Death Metal wirklich kaum. Mit unbändiger Energie drückt sich das Quartett durch die beiden Songs, ohne dabei das Gefühl für interessante Songs zu verlieren. Sehr tiefe Vocals paaren sich hier mit spannenden Riffs, die besonders in der Dynamik der Songs sehr gut funktionieren. Exakt diese Form von Death Metal sollte es viel häufiger geben. An den Instrumenten finden sich hier übrigens auch bei Weitem keine Anfänger: Mitglieder von u.a. Krallice und Artificial Brain sind für diese explosive Mischung verantwortlich. Unbedingt anhören!

GathSmane

Chätiment – Sang des Carpathes (2012)
Die kanadische Black Metal Szene hat besonders in den letzten fünf bis zehn Jahren einen erheblichen Aufschwung erlebt. Man könnte sogar von einer Art Subgenre sprechen, denn Bands wie Forteresse, Monarque, Csejthe und viele andere haben durch ihre atmosphärische Spielweise einen eigenen Sound abgegrenzt. Wie die genanten Bands stammt auch das Soloprojekt Chätiment aus Quebec. Multiinstrumentalist Oeildefeu hat das Demo „Sang des Carpathes“ im Jahr 2012 in einer 100er-Auflage veröffentlicht und sich damit zumindest im tiefsten Untergrund schon ein paar Fans erarbeitet. Chätiment liefern ein relativ einfach gehaltenes Black Metal Demo ab. Rumpel-Drums, surrende Gitarren und eine omnipräsente Orgel, die atmosphärisch ganz gut passt und glücklicherweise nicht an den Nervfaktor der Orgel des neuen Lychgate-Albums herankommt. Das Vampirkonzept des Projekts ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. Insgesamt ist „Sang des Carpathes“ ein guter Einstand für Chätiment und auch hier bleibt abzuwarten, ob und wann es neues Material geben wird.

Chätiment

Saritap – Sorcerers of the Seven Gods (2014)
Der Blick durch den Boden meines Ikea-Wasserglases sagt „Made in Bulgaria“ und ich erinnere mich eines vielversprechenden Demos aus selbigem Land. Mit Saritap hat das deutsche Label Iron Bonehead Productions mal wieder ein kleines Juwel ausgegraben und gleich eine Neuauflage des Debut-Demos „Sorcerers of the Seven Gods“ in die Wege geleitet. Die Musik des Soloprojekt des Bulgaren Dromichaetes bewegt sich irgendwo zwischen Black und Death Metal. Die Riffqualität erinnert an Inquisition, der Rest an Master’s Hammer und andere osteuropäische Bands. Eine rituelle Stimmung zieht sich durch die vier Songs und macht „Sorcerers of the Seven Gods“ zu einer durchweg spannenden Veröffentlichung. Die Demoqualität passt hier vermutlich wesentlich besser als eine aufpolierte Version – es bleibt also zu hoffen, dass etwaige weitere Veröffentlichungen diesem Sound treu bleiben. Weil es so schön ist, ist das Demo zudem als Name-Your-Price-Download verfügbar.

Saritap

Delirium [Jonas B.]

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort