Star Of Ash – Iter.Viator

Nachdem ich zuletzt eine Rezension zu After von Ihsahn geschrieben hatte fiel mir ein, dass seine Frau ja auch Musik macht. Und wenn mich meine Erinnerung nicht trügt gar nicht mal so schlechte. Also schnurstracks die Iter.Viator in den Player geschoeben (leider auch das einzige was ich von ihr besitze) und mich vergewisstert, ob meine Erinnerung recht behält.

Und sie behält in der Tat recht. „Iter.Viator“ hat zwar wirklich überhaupt nichts mit der Musik ihres Mannes zu tun, aber das macht natürlich überhaupt nichts. Es ist nicht ganz einfach konkrete, konkrete Bezugspunkte für Star Of Ash auszumachen, aber Bands wie Portishead, The Pains Of Being Pure At Heart oder The Gathering auf ihren verträumteren Tracks kommen einem immer wieder mal in den Sinn. Das Grundgerüst des Albums bilden dabei Piano, Streicher und vor allem die hervorragenden komplexen Beats, zuweilen unterstützt von Gitarren und auch händisch eingespielten Drums. Die bedeutendste Rolle auf Iter.Viator kommt jedoch Heidis Stimme zuteil, die von lasziv-entrückt bis zu bansheeesquem Heulen alles zu bieten hat. Interessanterweise schafft Star Of Ash es beispielsweise auf ‚Death Salutes Astropos‘ auf eine fast schon absurde Weise Heavy zu wirken, ohne irgendwas mit typischem Metal und seiner klassischen Instrumentierung zu tun haben. Auch ‚Beautiful As Torment‘ schafft eine derart bedrohlich-bedrückende Atmosphäre, wie manche Metalbands es mit ihren tiefergestimmten Gitarren gerne täten, nur um es dann in fast schon an Slowdive erinnernden Wolken aufzulösen. Die meiste Zeit verbringt das Album aber in einem sehr entspannten Zustand, der einen geradezu dazu nötigt, sich mit geschlossenen Augen auf die Couch zu legen und die Musik komplett in sich aufzunehmen. Auf ‚Odie Et Amo‘ hat dann auch Ihsahn seine Finger mit drin, indem er ein paar Gitarrenparts beisteuert und auch Garm, der Chef von Jester Records, darf natürlich nicht fehlen und ist ab und an mit Clean-Vocals zu hören, beispielsweise in ‚The Nudity Of Light‘. Schlusspunkt des Albums bildet dann das epische ‚In The Throws Of Guilt‘, das mit seinen kolossalen Melodien zu Beginn eine Art Kinofeeling aufkommen lässt, um dann in sich zusammenzusinken und die eigene Verletzlichkeit durch komplette Reduktion und Auflösung der Spannung presizugeben.

Iter.Viator ist ein Album, das vor allem durch seinen großartigen Fluss besticht, der einen fast schon in eine Art Trance zu versetzen vermag. Wer Freude an Musik hat, in der man sich komplett verlieren kann, sollte Star Of Ash auf jeden Fall eine Chance geben. Ich werde mich jedenfalls in nächster Zeit mit dem Rest ihres Schaffens wie Peccatum  auseinandersetzen, und vielleicht landet ja auch das eine oder andere noch auf dieser Plattform. Stay Tuned.

Nezyrael [Florian R.]

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