Paavoharjus bunte Insel im Winterland

Paavoharju live

Paavoharju live

Es gibt im Leben eines Musikbegeisterten immer mal wieder diese ganz besonderen Momente, in denen man urplötzlich eine über das normale Maß der Wertschätzung hinausgehende Hingabe an einen Künstler oder ein Werk verspürt. Sei es einfach ein weiteres Hören eines Albums, eine hinzugewonnene Information, oder besondere Umstände, die diese überaus seltene Reaktion hervorrufen: für den Betreffenden ist es womöglich einer der euphorischsten Zustände, die man als Musikfan erreichen kann. Man hat das analysierende Hören gänzlich hinter sich gelassen, aber auch die gewöhnliche, versunkene Musikwahrnehmung ist an dieser Stelle einem tiefer scheinenden Verständnis gewichen bzw. wird durch sie ergänzt – dem Gefühl, hier höheren Kräften ausgesetzt, eine Symbiose mit dem Interpreten eingegangen zu sein, auf deren Eintreffen man genau in dieser Form immer schon gewartet hat.
Naturgemäß ereignen sich diese Vorkommnisse äußerst selten und sind auch Vielhörern nur bei wenigen Interpreten vergönnt sowie nicht immer von über die Jahre gleichbleibender Qualität ausgezeichnet. Eben wegen dieser Besonderheit möchte ich mich im folgenden Text ein wenig diesem Phänomen, aber noch vielmehr der Gruppe, mit dem es mir persönlich zuletzt widerfahren ist, annehmen.

Paavoharju ist einer dieser Interpreten, die alleine durch ihr Verhalten, die Bandgeschichte, oder die allgemeine Gruppenkonstellation Aufmerksamkeit erregen. Nicht zuletzt deshalb haben Paavoharju vermutlich auch ein wenig mehr internationale Bekanntheit erlangt als viele ihrer Landsmänner, auch wenn ich das mit einem Verweis auf die musikalische Qualität gerne bestreiten würde. Aber von vorne: Anfang des Jahrtausends schlossen sich im finnischen Savonlinna, das eher im Osten Finnlands, in Karelien, gelegen ist, ein paar Freunde zusammen, um miteinander Musik zu machen. Die grundsätzliche Idee zu Paavoharju war damit geboren. Die kreativen Köpfe der Gruppe waren die beiden Ainala-Brüder, Lauri und Olli, die auch über die gesamte Schaffenszeit der Band diese Stellung inne haben sollten. Das Wort „Band“ ist hier aber vermutlich schon wieder fehl am Platz. Als solche verstand man sich nämlich keineswegs, nicht mal als „Künstler-Kollektiv“, ein Begriff, der dem Charakter der Gruppe etwas gerechter würde, wollte man sich in Artikeln bezeichnet sehen. Bei Paavoharju handelte es sich dem Eigenverständnis nach immer um eine lose Verbindung aus Freunden, die in unterschiedlicher Besetzung Folk-Musik aufnahm und vor allem auch live performte. Olli Ainala war hierbei derjenige, der – als Multiinstrumentalist – einen Großteil der Musik schrieb, woraufhin die engeren Mitglieder der Gruppe jeweils ihre eigenen Ideen und Stärken in die Musik einbrachten. Hierzu gehörten vor allem Sängerin Jenni Koivistoinen, Gitarrist und Sänger Toni Kähkönen sowie Joose Keskitalo, der als eng befreundeter Singer/Songwriter immer wieder auch eigene Kompositionen für Paavoharju beisteuerte und darüber hinaus auch als Sänger und Musiker auf den Veröffentlichungen in Erscheinung trat. Aber wie schon erwähnt, wurde das Feld der Beteiligten auf jedem der Alben um einige weitere, der Band nahestehende Personen ergänzt.

Sängerin Jenni Koivistolainen

Sängerin Jenni Koivistoinen

Vielleicht ist es dieser ungewöhnlichen Grundkonstellation sowie den interessanten Hintergründen der Mitglieder zu verdanken, dass sich ihr Sound von Anfang an stark von dem der bereits bestehenden und recht lebendigen finnischen Folk-Szene unterschied, welche ihre Schwerpunkte im Free- bzw. Freak/Weird-Folk hatte. Auch Paavoharju waren schon auf ihrem Debüt diese Einflüsse aus den etwas seltsameren Ecken des Folks anzumerken, jedoch ergänzten sie dieses Grundgerüst um ein einen weitaus psychedelischeren, melodisch eingängigeren und produktionstechnisch facettenreicheren sowie elektronischeren Sound.

Bevor ich aber zu den eigentlichen Veröffentlichungen der Gruppe komme, lohnt es sich, noch einmal einen kurzen Blick auf das überspannende Konzept hinter Paavoharju bzw. den Hintergrund der Mitglieder zu werfen. Als größerer Freundeskreis, dem offensichtlich ein derart großes künstlerisches Potenzial innewohnt, in einer provinziellen Stadt wie Savonlinna beheimatet, scheint es gar nicht mal so verwunderlich, dass die Paavoharju-Mitglieder in ihrer Freizeit oft allerlei seltsam anmutende Dinge trieben, die sie außerdem auf unterschiedliche Art und Weise festzuhalten bereit waren (oft in filmischer Form) und die auch später deutlichen Niederschlag in der Musik fanden. So gehörte es zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der Freunde, in den Savonlinna umgebenden Gebieten nach verlassenen, verfallenen Gebäuden zu suchen, um dort z.B. Kellersysteme zu erkunden (unter anderem auch per Boot, wenn diese unter Wasser standen), oder ähnliche Dinge zu unternehmen, die als junger Erwachsener interessant erscheinen (wobei es die Paavoharju-Mitglieder wohl auch im etwas reiferen Alter noch spannend fanden). Hierbei beschränkte man sich aber nicht nur auf bereits bestehende Bauten, sondern es wurde auch zu einem essentiellen Bestandteil der gemeinsamen Unternehmungen, in den Wäldern um Savonlinna selbst primitive Hütten und andere Konstruktionen zu errichten, in denen einige der Mitglieder nach eigener Aussage zeitweise sogar lebten bzw. zumindest übernachteten. Diese eigentümliche Verhaltensweisen hier zu beschreiben, scheint etwas unnötig, aber es ist in Bezug auf Paavoharju von äußerster Wichtigkeit, da die Musik der Gruppe nicht zuletzt auch eine Art Konzeptualisierung des Lebensstils ihrer Mitglieder ist. Mit ihrem Errichten von Hütten in der Wildnis und ihrer Faszination für kaputte Gebäude bzw. alles Zerstörte, Verfallene, das die Natur langsam zurückerobert, schufen sich die Freunde und Bandmitglieder eine Art Parallelwelt, die in Form von Paavoharju einen künstlerischen Ausdruck fand und später in einem einzigen großen Konzept zusammengefasst wurde: „Unien Savonlinna“, übersetzt: „das Savonlinna der Träume“. Das Konzept nimmt natürlich Bezug auf die Beziehung zu ihrer Heimatstadt, ihre Bereitschaft, diese durch eigene Visionen und Taten zu verändern, sodass eine parallele Realität entsteht.

Joose Keskitalo (l.) und Lauri Ainala (r.) vor ihrer selbst gebauten Sauna

Joose Keskitalo (l.) und Lauri Ainala (r.) vor ihrer selbst gebauten Sauna

Diese Visionen sind vor allem auf den Verfall und die Möglichkeit, aus Verfallenem etwas neues, wertvolleres zu kreieren, bezogen. Dieser Aspekt des „Unien Savonlinna“-Konzepts schlägt sich dann auch vollkommen offensichtlich in der Musik Paavoharjus nieder. Inwiefern „Unien Savonlinna“ übrigens durch die christlichen Wurzeln der Mitglieder, die bis hierher noch gar nicht erwähnt wurden, beeinflusst ist, sei einmal dahingestellt. Überhaupt gibt es zur spirituellen bzw. religiösen Ausrichtung der Mitglieder unterschiedliche, oft vage Aussagen – in der Presse wurden sie oft als christliche Asketen, von anderen auch einfach als Hippies bezeichnet. Fest steht aber, dass der christliche Glaube in den Texten Paavoharjus sowie in den anderen künstlerischen Erzeugnissen der Mitglieder, seien es nun Amateurfilme oder Gemälde, ein immer wiederkehrendes Motiv ist, das für sie offensichtlich große Wichtigkeit besitzt – Joose Keskitalo ist darüber hinaus sogar Diplomtheologe.

Zwar ist Olli Ainala, bis auf die wenigen von Joose Keskitalo geschriebenen Stücke, der einzige wirkliche Komponist des Kollektivs, aber Paavoharjus Musik wird mindestens genauso stark durch die Arbeit seines Bruders Lauri bestimmt. Dieser ist für die Produktion und die überaus detailgetreue Ausarbeitung des Sounds bzw. des Folkgerüsts zuständig, welche oft in Form von überlagernden noisigen Ambient-Passagen, elektronischen Effekten sowie allen möglichen sonstigen Störgeräuschen geschieht, die der Musik eben jenen kaputten, zusammengeflickten Anschein verleihen, der sich aus dem zugrundeliegenden Konzept speist.

So beginnt schon das Debüt „Yhä Hämärää“ („Immer noch dämmerig“) mit einem solchen, eher abstrakten, ambientartigen Song, der den grundlegenden Klang von Paavoharjus Soundcollagen schon recht gut wiedergibt. Bei „Ikuisuuden Maailma“ („Die Welt der Ewigkeit“) handelt es sich um eine recht düstere Sounddecke, die man zunächst leicht für gewöhnlichen Ambient halten kann, bis man allerdings merkt, dass hier auch viel mit Samples und organischeren Klängen gearbeitet wird. Insbesondere Orgel-Spielereien im Hintergrund sind ein typisches Element dieser Paavoharju-Interludes. Zumindest auf dem zweiten Album wurden diese Orgel-Passagen sogar selbst von Olli Ainala in einer Kirche eingespielt und mit einer alten Digitalkamera aufgenommen und in diesem Zustand relativ unverändert auf dem Album übernommen. Auch den Abwechslungsreichtum in Paavoharjus „Ambient“-Stücken fängt der Opener schon sehr gut ein. So sind z.B. oft sich überlagernde Aufnahmen zu hören und es wird viel mit Laut-Leise-Dynamik experimentiert. Durch die dichte, düstere und und mäandernde Masse des Openers scheint dann irgendwann erstmals die hintergründige, echoende Stimme der Sängerin Jenni Koivistoinen, ein schemenhaftes Säuseln, das sofort wieder von der dichten Soundwand überlagert wird. Schon hat einen die geisterhafte Atmosphäre eingenommen. Auch der zweite Song, „Valo Tihkuu Kaiken Läpi“ („Licht sickert durch jede Öffnung“), beginnt zunächst mit elektronischen Spielerein, bevor bald ein leiser Beat einsetzt. Nach kurzer Zeit kommen dann allerdings auch erstmals Gitarrenakkorde hinzu, und erst jetzt lernt der Hörer, dass Paavoharju eigentlich ein auf Folk-Musik basierendes Projekt ist. Das Debüt wird maßgeblich von den Vocals Jenni Koivistoinen bestimmt, welche ich persönlich durchaus als herausragend, viele andere wohl aber zumindest als recht einzigartig beschreiben würden. Ihre sehr hohe Stimme hat etwas extrem einnehmendes; zugleich nah und völlig unerreichbar wirkt ihre sehr melodische Vortragsweise. „Valo Tihkuu Kaiken Läpi“ demonstriert auch, dass Paavoharju durchaus keine Angst vor eingängigen Songstrukturen haben, lädt dieser Song doch durchaus ein wenig zum Mitwippen ein. Diese Beschreibung wird ihm jedoch keinesweg gerecht, da es sich hierbei meiner Meinung nach bereits um eines der absoluten Meisterwerke Paavoharjus handelt. Die gesamte Produktion und das Arrangement der einzelnen Elemente wirken derart gut auf einander abgestimmt, dass es einen wundernimmt, wie der bis dato noch nie als Musiker oder Produzent in Erscheinung getretene Lauri Ainala ein so unfassbar gutes Gespür für Detailreichtum und das Einbinden einer Vielzahl äußerst kreativer Elemente in einen schlüssigen Gesamtsound haben kann. Letztlich ist es aber doch die wunderschöne Melodieführung in Kombination mit den Vocals, die „Valo Tihkuu Kaiken Läpi“ zu einem solchen Highlight machen, wenngleich gerade bestimmte produktionstechnische Kniffe, wie z.B. die Reduktion auf den Beat bzw. die elektronischen Melodietupfen in bestimmten Passagen, das besondere Etwas ausmachen.

"Yhä Hämärää"

„Yhä Hämärää“

„Yhä Hämärää“ ist atmosphärisch insgesamt ein äußerst faszinierendes Album. Die Grundstimmung des Albums ist über die gesamte Länge als ziemlich düster zu beschreiben und gerade die Dichte des Sounds sowie die melancholischen Melodien machen es einfach, durch die Musik die Dunkelheit und Kälte des finnischen Winters nachzuempfinden. Nichtsdestotrotz wohnt vielen der Melodien auch eine gewisse, spirituell anmutende Hoffnung inne und die gesamte Produktion, der Abwechslungsreichtum sowie bestimmte Songs und Passagen wirken dann wiederum alles andere als düster, sondern geradezu spielerisch und leicht, wie das glückliche Folk-Stück „Aamuauringon Tuntuinen“ oder das vollständig elektronisch gehaltene „Ilmaa Virtaa“, das durch sehr interessante elektronische Spielereien und Melodien zu überzeugen weiß. Insgesamt lässt sich „Yhä Hämärää“ somit wohl treffend als zwischenzeitlich farbenfroher, leicht psychedelischer Trip in die Dunkelheit beschreiben. Man könnte auch sagen, dass das Album den Hörern unterschiedlichste emotionale und assoziative Interpretationen offenlässt.

Weitere Highlights des Albums sind das klaviergetragene „Kuu Lohduttaa Huolestuneita“, das auf „Valo Tihkuu Kaiken Läpi“ folgt und mit seiner sehr traurigen, gespenstischen Melodie und dem wunderschönen Gesang eine extrem intime Stimmung hervorruft, sowie die sich in ihrer Struktur sehr ähnelnden Folk-Songs „Syvyys“ und „Kuljin Kauas“, die beide auf leicht sonderbare Melodien zurückgreifen und insgesamt durchaus auch als ziemlich eingängig zu bezeichnen sind. Auf „Syvyys“ glänzt dabei wieder Jenni Koivistoinen, aber auch die psychedelisch anmutenden Effekte in der zweiten Hälfte des Songs, die bspw. Semi-Fadeouts mitten im Lied beinhalten, wissen zu gefallen. „Kuljin Kauas“ ist hingegen der wohl energiegeladenste Song des Albums. Hier tritt erstmals Toni Kähkönen als stimmgewaltiger Lead-Sänger in Erscheinung und die leicht unheimliche Melodie und der eingängige Refrain werden im Verlauf des Liedes immer stärker durch einen stampfenden Hintergrund-Effekt unterstützt, der fast ein wenig an einen Industrial-Rhythmus im kaputten Paavoharju-Folkgewand erinnert.

Aber auch die abstrakteren, nicht Folk-basierten Stücke des Albums nehmen im Gesamtkontext einen äußerst wichtigen Platz ein, verstehen darüber hinaus jedoch auch für sich genommen zu überzeugen. So handelt es sich bei „Puhuri“ um ein abstraktes Klavierstück, das durch die weiblichen Vocals unterstützt wird, „Vitivalkoinen“ erinnert mit seinen geisterhaften, weiblichen Gesängen im Hintergrund ein wenig an den Opener und „On Yhä Hämärää“ nimmt ebenfalls die zähe Sounddichte des Openers wieder auf und ergänzt diese mit Samples alter Kirchengesänge sowie Orgelklängen.

In den träumerischen, ungewöhnlichen Melodien Paavoharjus wollen übrigens einige Reviewer Einflüsse der indischen Musik erkannt haben. Ich bin mir da nicht so sicher, aber die Assoziation lässt sich definitiv nachvollziehen, da auch der recht tiefenarme Klang der Gitarre an orientalische Saiteninstrumente erinnern könnte, möglicherweise aber auch durch das finnische Nationalinstrument, die Kantele, inspiriert wurde.

Als Abschluss des Albums wartet dann noch einmal eine gänzlich andere Art von Song. Bei „Musta Katu“ (dt.: „schwarze Straße“, hier im von Lauri Ainala geschaffenen Amateur-Musikvideo) handelt es sich nämlich erstmals um ein von Joose Keskitalo komponiertes sowie größtenteils auch von ihm vorgetragenes und gesungenes Lied, das sich von seinem sonstigen Solo-Material lediglich durch die Sound-bezogene Überarbeitung durch Lauri Ainala unterscheidet, welcher hier allerdings recht subtil bleibt. Als Einzelsong betrachtet ist „Musta Katu“ sicherlich auch einer der besten Songs Joose Keskitalos und er stellt mit seiner ebenfalls eher düsteren Atmosphäre, die aber immer wieder vom fast beschwingt wirkenden Refrain durchbrochen wird, einen sehr passenden und würdigen Abschluss des Albums dar, welcher, sei es durch die Platzierung des Liedes an genau dieser Stelle, oder die dem Lied eigene Melodie und Stimmung, einen für mich irgendwie ironischen Unterton hat, als wollten Paavoharju den Hörer kurz vor Ende noch einmal aus der Versunkenheit reißen, um ihm vor Auge zu halten, dass er einer Illusion erlegen ist und zwischenzeitlich wohl ganz in die Welt Paavoharjus, ins Savonlinna der Träume, abgetaucht war. Das mag zugegebenermaßen eine etwas weit hergeholte Interpretation dieses Closers sein, aber für mich trifft diese Beschreibung zumindest mein ganz persönliches Gefühl, das ich beim Hören dieses letzten Songs empfinde.

Wie nach jedem großen Album blieb bei mir, zwar nicht sofort nach dem ersten Durchlauf, aber wohl schon nach dem 3.-4. aufeinanderfolgenden Hören, dieses positive Gefühl der Leere zurück, nachdem das Album geendet hatte. Die Musik hatte wieder zugeschlagen und mich mit dieser euphorischen Faszination erfüllt. Dass solche kreative Schaffenskraft und Einzigartigkeit in einem zunächst unscheinbaren Album wie diesem wohnt – damit hatte ich wohl nicht gerechnet.

Aber diese Ereignisse sind tatsächlich eben jene, auf die man als Musikhörer – manchmal sogar verzweifelt – wartet. Auch wenn der Prozess des Zusammenwachsens von Hörer und Werk, vom faszinierten Aufsaugen aller Details natürlich ein stetiger ist und so auch nach 3.-4. Durchlaufen noch nicht das Niveau der Wertschätzung erreicht sein kann, das bei mir im Bezug auf Paavoharju heute noch vorliegt, so weiß man doch schon nach relativ kurzer Zeit, dass sich da etwas besonderes ereignet, dass man so schnell wie möglich alle Veröffentlichungen dieses Künstlers hören, alle Informationen, die es über ihn in Erfahrung zu bringen gibt, suchen muss. Diese Momente beim Hören eines Albums, bei denen man vollkommen in der Musik aufzugehen scheint und gleichzeitig dieses tiefe Verständnis für die überragende künstlerische Vision dahinter und somit auch eine Art Verbundenheit zu den Schaffenden verspürt – das sind für mich die erhabensten und intensivsten Momente, die man beim Musikhören erleben kann und somit auch ein Grund dafür, dass ich Musik höre und immer weiter auch auf der Suche nach neuer Musik bin. Denn für jemanden, für den Musik ein zentrales, überaus wichtiges Element des eigenen Lebens darstellt, sind jene Momente, jene Spitzen der Musikerfahrung natürlich auch über bloßen „Konsum“ hinaus ein Bestandteil des eigenen Lebens, welcher von unschätzbarem Wert ist.

In meinem nächsten Text werde ich mich dann dem übrigen Werk dieser Gruppe widmen.

Levskin [Leonard R.]

 

 

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