panDEMOnium #3

Juhu, ich habe also die Ehre den Elften im Elften mit meinem Beitrag zu beglücken. Es gibt kaum eine Tradition, die ich verabscheuungswürdiger finde als (deutschen) Karneval. Eine Zeit, in der überall auf heile Welt gemacht wird, in der sich übergewichtige Besserverdiener verkleiden, bemalen, ihre Körper mit Massen an Speisen und Alkohol vollpumpen und unlustige Reden über was weiß ich alles halten. Das klingt doch nach einem ganzen Haufen Spaß, nicht wahr?

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Der Wert der Klassiker und warum es sich auch heute noch lohnt, die Anfänge zu untersuchen.

Vor nicht allzu langer Zeit hat ein Kollege von mir auf diesem Blog einen Text verfasst, mit dessen Inhalt ich mich so gar nicht identifizieren konnte. Thema des Posts war der Stellenwert der Klassiker in der (Metal-)Musikwelt und wieso Klassiker im Allgemeinen überbewertet seien. Mein erster Gedanke war dann, ihm ein „Du hast ja komplett keine Ahnung“ an den Kopf zu werfen und zu jedem von ihm aufgeführten Punkt zu schreiben, wieso das kompletter Unfug ist. Da das aber weder Ihm und seiner Arbeit noch dem Thema an sich gerecht wird, habe ich das dann doch sein gelassen. Denn neben persönlichem Geschmack ist vielleicht der Hauptgrund für unsere stark divergierende Meinung zu diesem Thema eine komplett unterschiedliche Herangehensweise an Musik. Weiterlesen

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Blackest Ever Black Labelnacht

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2010 in London gegründet, schickt sich das Label Blackest Ever Black seit jeher an, die Grenzen zwischen Industrial, Techno und experimentellen Ansätzen neu auszuloten. Im Laufe der vergangenen fünf Jahre konnte der Gründer und ehemalige Editor für das FACT Magazine, Kiran Sande, eine hochgradig variantenreiche und nicht minder illustre Riege von Künstlern um sich versammeln. Neben mittlerweile international bekannten Namen wie Prurient, Raime, Tropic Of Cancer oder Lustmord, fanden auch obskure Geheimtipps ihren Weg in den Backkatalog des Labels. Vom endzeitlichen Tribal Noise des einstigen Whitehouse-Gründers William Bennett, seit 2011 besser bekannt unter seinem Pseudonym Cut Hands, über den von kanadischen Ausschüssen inspirierten Sonnentausound von Dalhous bis hin zu jenen verschrobenen Klangflächen des Wiener Projektes Shampoo Boy, die in ihrer hämmernden Kälte Einflüsse aus Black Metal, Industrial und Drone ausgesprochen erfolgreich vor der Kompromissbereitschaft retten – Blackest Ever Black gerät mehr und mehr zur Oase für unterschiedlichste Künstler, die in Zeiten allumfassender Dunkelheit den Soundtrack für das 21. Jahrhundert schreiben möchten.

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Euroblast XI: Mein Erfahrungsbericht

Ich muss zugeben, dass ich bisher noch nie auf einem Festival war. Die großen Metal-Festivals haben mich meist nie wirklich interessiert. Der Großteil der Bands im Lineup war mir schlichtweg egal, und für die wenigen Gruppen die ich sehen wollte war ich nicht bereit so viel Geld zu bezahlen.

Gereizt hat mich das Euroblast aber schon seit etwas längerer Zeit. Nachdem es die vorigen zwei Jahre bei mir nicht hingehauen hat konnte ich jedoch dieses Jahr drei Tage lang dieses Festival besuchen und somit auch meine ersten Erfahrungen machen. Schlammgruben, Dixi-Klos und Sommergewitter gab es zwar nicht, dafür bin ich aber vermutlich auch zu sehr eine Tussi als dass ich den harten Metaller raushängen lassen würde. Aber immerhin gab es die obligatorischen Slayer-Rufe. Dadurch war immerhin ein Festival-Klischee erfüllt.

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Halloween 2015 mit DJ Hati

Eigentlich mache ich mir wenig aus Feiertagen und bin Festen eher abgeneigt, inklusive all ihren Traditionen und Bräuchen. So trifft das gleich doppelt auf dieses Import-Event zu, aber da ich im Laufe dieser sogenannten Halloween-Woche mit allerlei Medien konfrontiert werde, die den Grusel und Horror zelebrieren, dachte ich mir, gestalte ich mir doch eine eigene, kleine Playlist des Grauens. Wer also am 31. zu keiner Party eingeladen ist und sich auch nicht sonstwie unnötig verkleiden möchte, kann das Fest zumindest zum Anlass nehmen, um mit mir die düstersten Tracks, die mir im Laufe diesen Jahres untergekommen sind, zu ergründen. Vielleicht ist man selbst noch auf der Suche nach Ideen für eine Halloween-Playlist, so kann dieser Post als Anreiz genommen werden, die vorgestellten Interpreten und die dazugehörigen Tracks dafür in Betracht zu ziehen.

Bedingungen: Releasedatum muss nach dem 01. Januar und vor dem 31. Oktober 2015 sein, Dauer darf die 15-Minutenmarke nicht überschreiten und es muss eine Möglichkeit geben, den Song im Internet zu streamen (Links entsprechend beigefügt).

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Paavoharjus bunte Insel im Winterland

Paavoharju live

Paavoharju live

Es gibt im Leben eines Musikbegeisterten immer mal wieder diese ganz besonderen Momente, in denen man urplötzlich eine über das normale Maß der Wertschätzung hinausgehende Hingabe an einen Künstler oder ein Werk verspürt. Sei es einfach ein weiteres Hören eines Albums, eine hinzugewonnene Information, oder besondere Umstände, die diese überaus seltene Reaktion hervorrufen: für den Betreffenden ist es womöglich einer der euphorischsten Zustände, die man als Musikfan erreichen kann. Man hat das analysierende Hören gänzlich hinter sich gelassen, aber auch die gewöhnliche, versunkene Musikwahrnehmung ist an dieser Stelle einem tiefer scheinenden Verständnis gewichen bzw. wird durch sie ergänzt – dem Gefühl, hier höheren Kräften ausgesetzt, eine Symbiose mit dem Interpreten eingegangen zu sein, auf deren Eintreffen man genau in dieser Form immer schon gewartet hat.
Naturgemäß ereignen sich diese Vorkommnisse äußerst selten und sind auch Vielhörern nur bei wenigen Interpreten vergönnt sowie nicht immer von über die Jahre gleichbleibender Qualität ausgezeichnet. Eben wegen dieser Besonderheit möchte ich mich im folgenden Text ein wenig diesem Phänomen, aber noch vielmehr der Gruppe, mit dem es mir persönlich zuletzt widerfahren ist, annehmen.

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John Zorn – Taboo & Exile

taboo&exile

Schon in seinen ersten Werken beschäftigte sich der in New York ansässige Experimentalkünstler John Zorn mit kompositorischen Ideen, die der Cartoon Musik entnommen sind. Mit den in den 30er Jahren beginnenden Vertonungen von zuvor stummen Zeichentrickfilmen der Warner Brothers, Disney oder Metro-Goldwyn-Mayer, wurden neue, visuell bedingte Methoden musikalischer Verkörperung geboren. Komponisten wie Scott Bradley (MGM) oder Carl Stalling, der als einer der Pioniere der Zeichentrick-Musik gilt und sowohl für Disney, als auch für Warner Brothers hunderte Filme und Serien vertonte, die unter der Ägide von Leon Schlesinger entstanden, werden von Zorn als frühe, musikalische Einflüsse genannt. Stalling näherte sich der hektischen Plotambivalenz dieser Cartoons schon bei den Szenenbuch-Skizzen und komponierte anhand dieser für jede Zeichnung die passenden, tonalen Bausteine, die danach zusammengesetzt die bewegten Bilder begleiteten. Er gilt neben Max Steiner und Scott Bradley als der Erfinder des „Click Track“, einer Technik die in den frühen 30er Jahren entwickelt wurde. Hierbei werden tausende Löcher in die Randstreifen der Filmrolle gestanzt, wodurch ein klickendes Geräusch beim Abspielen des Filmes entsteht. Dieses kontinuierlich gleichmäßige Geräusch ermöglicht es dem Komponisten einem bestimmten Rhythmus zu folgen, seine Komposition auf jenen abzustimmen und so das Geschehen des Filmes zu begleiten. Auf diese Weise konnte Stalling die abrupt wechselnden Gegebenheiten von Stimmung oder Szenerie innerhalb der Cartoons stets passend begleiten. Und aus dieser Form der collagenartigen Tonalität, zog Zorn später die Inspiration für seine mannigfaltigen Kompositionen, mit denen er immer tiefer in die Idee einer „filmisch“ arrangierten Musik eintauchte.

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Liz Phair – Exile In Guyville

Heute kommen wir zu einem etwas älteren Werk, dem bereits 1993 erschienen Exile in Guyville von Liz Phair. Ein Album, das von Kritikern allgemein sehr gut aufgenommen wurde und auch in den 500 besten Alben aller Zeiten des Rolling Stone aufgeführt wird, auf einem respektablen 327. Platz, und trotzdem irgendwie ein wenig ein Schattendasein fristet. Doch was steckt hinter diesem Album, das als konzeptionelle Antwort auf Exile On Main Street gedacht war? Weiterlesen

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Ein Generation Y‘ler und sein „Dadrock“ – Exile on Main St

Warnung: Es folgt ein kleiner Rant.
Die musikalische Sozialisation und das langsame aber stete Formen und Festigen eines Musikgeschmacks kann auf viele Arten erfolgen. Manche Menschen haben es sich zum Hobby gemacht, ständig sämtliche einschlägigen Bücher, Zeitschriften und Websites nach den besten, berüchtigsten oder auch obskursten Releases – alt wie neu – zu durchsuchen. Manche wissen diese intensive Beschäftigung mit dem Musikuniversum sehr zu schätzen, überlassen dies aber lieber ihrem engeren Freundeskreis und ernten nur die Empfehlungen und Highlights. Neben diesen und vielen anderen Strategien der akustischen Schatzsuche gibt es noch eine Sorte, von der wohl speziell Musikenthusiasten und Mitglieder von Musikszenen genügend Beispiele kennen: Die Söhne und Töchter von großen Musikfans, die von ihren Eltern musikalisch sozialisiert wurden – ob nun freiwillig oder nicht. Weiterlesen

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Alabama 3 – Diesen Morgen im Exil aufgewacht

Von einer britischen Band, die von zwei Herren gegründet wurde und eine freizügige Beziehung zu Drogen hat(te) (gemeint sind Coil), zur nächsten: Alabama 3 täuschen bereits mit ihrem Namen an, dass sie nicht ganz für bare Münze zu nehmen sind. So kommen sie weder aus Alabama, noch sind zu dritt; eigentlich sind sie zu neunt und stammen aus dem südlichen Teil Londons. Wieso man von ihnen mal gehört haben könnte, ohne je ihren Namen gelesen zu haben, darum soll es heute gehen.

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